Singer's Taschenkompass Patent c.1885
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Ein Taschenkompass vom Typ Singer's Patent, datiert um 1885. Der Kompass hat eine Papierkarte, einen Messingzapfen, ein Messinggehäuse und facettiertes Glas. Die Kompassrose ist das klassische Singer-Design, das 1861 von Samuel Berry Singer patentiert wurde. Er ist mit der Aufschrift „Trade Mark“ über einem Logo versehen, das gekreuzte Pfeile in einer Leier darstellt. Die Verwendung der Formulierung „Trade Mark“ und des Leier-Motivs ist dem bekannten Francis Barker & Son „Trade Mark London“-Logo sehr ähnlich. Es könnte eine alternative Version des Barker-Markenzeichens sein, aber es scheint wahrscheinlicher, dass Elemente des Barker-Logos von einem anderen Hersteller „ausgeliehen“ wurden, in der Hoffnung, seine Produkte mit der sehr erfolgreichen Marke Francis Barker in Verbindung zu bringen.
Ein weiteres ungewöhnliches Merkmal dieses Kompasses ist die große kreisförmige Leuchtmarkierung am Nordpunkt. Kleinere Versionen dieser Art von Markierungen wurden in englischen Kompassen gegen Ende des 19. Jahrhunderts häufig verwendet. Diese Markierungen wurden mit einer Version von „Balmain's Luminous Paint“ behandelt, einer Verbindung aus Calciumsulfid, die 1877 von William Balmain patentiert wurde. Die Farbe wurde durch Sonnenlicht oder das Verbrennen eines Magnesiumbandes in der Nähe des Zifferblatts zum Leuchten gebracht.
Samuel Berry Singer (1796 - ca. 1875) war ein Kapitän aus Southampton. Er patentierte sein einzigartiges Design im Juni 1861, obwohl er seit 1853 daran gearbeitet hatte. Seine kontrastreiche Kompassrose sollte bei schlechten Lichtverhältnissen viel leichter ablesbar sein als herkömmliche Kompasse der damaligen Zeit und galt als bedeutende Innovation. Sie wurde von Trinity House und der Royal Navy für den Nachtgebrauch getestet. David Livingstone, der berühmte viktorianische Entdecker, benutzte einen von Singers Kompassen und gab ein Zeugnis im Negretti & Zambra Katalog für 1864 ab. Die Verwaltung und Lizenzierung von Singers Design und die Zuweisung der Patentseriennummern wurden von Negretti & Zambra übernommen. Obwohl sein Kompass in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts von britischen Herstellern wissenschaftlicher Instrumente weit verbreitet war, profitierte Singer selbst nicht wesentlich von seiner Erfindung. Das Patent lief 1868 ab, als er die für seine Erneuerung erforderliche Stempelsteuer nicht zahlen konnte, und er beendete seine Tage in Armut in Kincardine am Firth of Forth. Versionen seines Designs wurden bis nach dem Ersten Weltkrieg hergestellt. Weitere Details zur Geschichte des Singer's Patent Kompasses finden Sie auf der Website compasscollector.com und in Compass Chronicles von Kornelia Takacs (Schiffer, 2010).
Zustand:
In sehr gutem Zustand und voll funktionsfähig. Der Kompass findet den Norden sehr gut. Die Kompassrose und das Glas sind in sehr gutem Zustand, mit ein paar sehr kleinen Spuren an der Unterseite des Glases. Die Leuchtmarkierung leuchtet nicht mehr im Dunkeln. Das Messinggehäuse ist in sehr gutem Zustand, mit einigen Abnutzungserscheinungen und Spuren an der originalen lackierten Oberfläche.
Abmessungen: 35 mm Durchmesser x 10 mm Höhe